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Regionalmanagement Mittelhessen fordert neue Initiativen zur Stärkung des Standortes

Einheitliches „MH“-Kennzeichen und neues Schulfach „PDM“ sollen Effizienz und Identität fördern: Pünktlich zum 1. April bringt das Regionalmanagement Mittelhessen frischen Wind in die Diskussion um Entbürokratisierung und Positionierung der Region. Mit zwei ambitionierten Forderungen will man die Attraktivität, Identität und Effizienz Mittelhessens nachhaltig stärken:

Regionalmanagement Mittelhessen GmbH Gepostet von Regionalmanagement Mittelhessen GmbH in Aktuelles aus dem Regionalmanagement 7 min. Lesezeit

Einheitliches „MH“-Kennzeichen und neues Schulfach „PDM“ sollen Effizienz und Identität fördern

Pünktlich zum 1. April bringt das Regionalmanagement Mittelhessen frischen Wind in die Diskussion um Entbürokratisierung und Positionierung der Region. Mit zwei ambitionierten Forderungen will man die Attraktivität, Identität und Effizienz Mittelhessens nachhaltig stärken:

  1. die flächendeckende Einführung des Kfz-Kennzeichens „MH“ in allen fünf mittelhessischen Landkreisen sowie
  2. die Etablierung des neuen Schulfachs „PDM – Platt, Dialekt und Mundart“ an Grundschulen.

Weniger Bürokratie durch einheitliches Kennzeichen

Derzeit existiert in Mittelhessen eine Vielzahl unterschiedlicher Kfz-Kennzeichen: GI (Gießen), LDK (Lahn-Dill-Kreis), MR (Marburg-Biedenkopf), VB (Vogelsbergkreis) oder LM (Limburg-Weilburg). Doch damit nicht genug: Durch die sogenannte Kennzeichenliberalisierung wurden in den vergangenen Jahren zusätzlich zahlreiche „Altkennzeichen“ wieder eingeführt. So existieren innerhalb einzelner Landkreise weitere Varianten, etwa WEL für Weilburg oder DIL für Dillkreis. Diese zusätzliche Differenzierung führt zu einer noch größeren Fragmentierung im System.

So erhöht diese Vielzahl an Haupt- und Unterkennzeichen den bürokratischen Aufwand erheblich. Unterschiedliche Zuständigkeiten, komplexere Verwaltungsprozesse und eine wachsende Datenvielfalt binden Ressourcen in Zulassungsstellen und Kommunen. 

Eine konsequente Vereinheitlichung auf das Kennzeichen „MH“ würde hier gleich doppelt wirken: Zum einen als klares Signal für Entbürokratisierung durch vereinfachte Strukturen und standardisierte Prozesse. Zum anderen als sichtbares Bekenntnis zu einer starken Region. Denn ein einheitliches „MH“ auf den Straßen würde Mittelhessen auch überregional deutlich präsenter und als zusammenhängenden Standort erkennbar machen.

PDM: Mundart als Schulfach mit Mehrwert

Die zweite Initiative zielt auf die kulturelle Identität der Region und die kognitive Entwicklung von Kindern ab: Mit dem neuen Schulfach „PDM – Platt, Dialekt und Mundart“ sollen bereits Grundschulkinder an die sprachliche Vielfalt Mittelhessens herangeführt werden. Hintergrund ist die außergewöhnlich hohe Dialektdichte in Hessen. Sprachwissenschaftlich gilt das Bundesland als eines der vielfältigsten im deutschsprachigen Raum, mit zahlreichen lokalen Varianten, die sich teilweise von Ort zu Ort deutlich unterscheiden.

In Mittelhessen geht diese Vielfalt sogar so weit, dass selbst benachbarte Gemeinden unterschiedliche Ausprägungen des Platt sprechen. Genau hier setzt das neue Schulfach an: Neben der Bewahrung von Identität und kulturellem Erbe soll „PDM“ auch die inner-regionale Verständigung fördern. Wenn Kinder früh lernen, unterschiedliche Dialekte zu verstehen und einzuordnen, stärkt das die Kommunikation innerhalb der Region – gewissermaßen eine „inner-regionale Völkerverständigung“.

Ergänzend dazu zeigen Studien aus der Bildungsforschung, dass frühe Mehrsprachigkeit, dazu zählen auch Dialekte, positive Effekte auf die kognitive Entwicklung hat. Kinder entwickeln ein feineres Sprachgefühl, bessere Ausdrucksfähigkeit und mehr Flexibilität im Denken. „Dialekte sind weit mehr als nur Umgangssprache: Sie sind Identität, Kultur und gelebte Heimat“, betont das Regionalmanagement. Mit PDM wolle man diese Werte bewahren, die Verbundenheit zur Region stärken und gleichzeitig Brücken innerhalb Mittelhessens bauen.

Unterstützung aus der Region

Unterstützung kommt auch aus der Kommunalpolitik: Götz Konrad, Bürgermeister der Gemeinde Eschenburg, spricht sich klar für die Förderung von Mundart aus: „Unsere Dialekte sind ein Schatz, den wir aktiv pflegen müssen. Sie verbinden Generationen und schaffen ein Gefühl von Zugehörigkeit. Die Grundschule ist nur der Anfang, das gehört auch ins StudiumPlus.“ Konrad verweist zudem auf bestehende Initiativen wie den Hessischen Mundartpreis, der das Engagement für regionale Sprache würdigt und zeigt, wie lebendig Dialektkultur auch heute noch ist.

Identität und Effizienz im Fokus

Mit den beiden Vorschlägen verbindet das Regionalmanagement ein klares Ziel: Mittelhessen als modernen, aber zugleich traditionsbewussten Standort zu positionieren. Während das einheitliche „MH“-Kennzeichen für konsequente Entbürokratisierung und stärkere überregionale Sichtbarkeit sorgen soll, setzt das Schulfach PDM auf kulturelle Tiefe, bessere Verständigung innerhalb der Region und langfristige Identitätsbildung.

Übrigens: Beim MundART-Festival am 10. Mai in Eschenburg gibt es den Vortrag „Mundart macht Schule“ vom aktuellen Preisträger: https://landwirtschaft.hessen.de/video/sonderpreis-uznamen-lauterbach

Ob sich diese Initiativen durchsetzen, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Sie liefern einen augenzwinkernden Impuls für die Weiterentwicklung Mittelhessens 😉

Foto: KI-generiert


Wer mehr zum Thema Mundart wissen möchte: