Alexa, alles klar?“, wendet
sich Dr. Michael Arndt an ein kleines rundes Etwas, das an einen Lautsprecher erinnert. „Klar wie Kloßbrühe“, antwortet das Gerät – ein anschaulicher
Einstieg in einen Vortrag im Rahmen der Reihe „Umsetzungsstrategien Industrie 4.0“ bei StudiumPlus in Wetzlar.
Das Thema lautete „Das intelligente Haus – Wann wird es Realität?“. Dr. Michael Arndt von der Bosch Thermotechnik GmbH gab zusammen mit Dr. Sören Krotzky von der Bosch Smart Home GmbH Vertretern der Partnerunternehmen von StudiumPlus und Studierenden einen Überblick über das, was schon geht, und das, was noch kommen wird.
„Es kommt einiges auf uns zu“, kündigte Arndt gleich eingangs nach seinem kurzen Dialog mit Alexa an – einem sprachgesteuerten Gerät, das Musik nach Wunsch
abspielt, das Wetter ansagt, seinen Nutzer zur rechten Zeit weckt und vieles mehr. Das Gerät funktioniert mit Smart Home Produkten wie Thermostaten,
Lampen oder Musikanlagen – und es bietet einen Vorgeschmack auf das vernetzte Haus von morgen. Die Rollläden fahren von ganz alleine hoch und runter,
der Drucker bestellt seine Patronen selber nach. An Tagen, wo man wenig zu Hause ist, wird die Heizung automatisch heruntergeregelt, der Kühlschrank
bestellt beizeiten selbst Nachschub an Lebensmitteln und der Toaster jammert ein bisschen, wenn er allzu lange nicht bedient wurde.
Science
Fiction? Manches noch, anderes längst Realität. Ein intelligentes Haus ist laut Arndt ein Haus, dass mehr kann als nur nach festgelegten Regeln funktionieren
– es kann verstehen, planen, Probleme lösen und sogar emotional und kreativ sein. Letzteres sei noch Zukunftsmusik, aber mit dem Smart Home Controller
kann man heute schon von unterwegs Alarmsysteme, Heizung oder Rollläden bedienen. Interaktive Betten, holographische Spiele, die komplett vernetzte
Küche, personalisierte Produkte mit starker Ausrichtung auf den Nutzer und vielleicht sogar ein Haussystem, das die Stimmung des Nutzers erkennt und
darauf reagiert – vieles ist bereits in der Entwicklung.
„Die Nutzerakzeptanz ist schwer vorauszusagen“, so Dr. Michael Arndt, doch er sei sich sicher, dass vieles in sehr kurzer Zeit weit verbreitet sein werde.
„Viele einzelne Komponenten gibt es schon, aber noch keine Integration in ein System, das alles verbindet“, sagte Arndt. Und er appellierte an die
Studierenden: „Seien Sie nicht nur Nutzer der neuen Technik, versuchen Sie, sie mitzugestalten – es ist ein extrem spannendes Gebiet.“ Auch Norbert
Müller, der Vorstandsvorsitzende des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V pflichtete bei: „Wer heute nicht an der Zukunft arbeitet,
der wird keine Zukunft haben – in diesem Sinne, stellen Sie sich den Herausforderungen von Industrie 4.0.“