Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz eröffnen mittelständischen Unternehmen neue Möglichkeiten, ihre Prozesse effizienter zu gestalten und innovative Lösungen zu entwickeln. Wie Unternehmen KI heute sinnvoll einsetzen können und welches Potenzial im orchestrierten Zusammenspiel von Daten, Systemen und Prozessen steckt, erläutert Hendrik Adam, CEO der DIA Digital Consulting GmbH in Wetzlar.
Wie digital sind mittelhessische Unternehmen aufgestellt?
In den letzten 20 Jahren bedeutete Digitalisierung, Daten, Wissen und Prozesse auf gemeinsame Plattformen und in eine Cloud zu bringen. Die Standardisierung von Applikationen, die Auflösung von Datensilos und die Harmonisierung fragmentierter Prozesse sind in den meisten Unternehmen mehr oder weniger abgeschlossen. Jetzt geht es darum, die einzelnen Plattformen zusammenzubringen.
Was bedeutet das?
In Unternehmen liegen unfassbar viele Informationen in unterschiedlichen Systemen vor: Auftrags- und Produktionsdaten in SAP, Vertriebsdaten in Salesforce, Personalthemen in der Microsoft-Welt. Diese Daten werden in den jeweiligen Bereichen auch bereits genutzt, aber sie sind nicht vernetzt. Hier verschenken Unternehmen viel Potenzial, das sie mit Hilfe von KI nutzen könnten.
Wie weit sind die Unternehmen beim Einsatz von KI aus Ihrer Sicht?
Die meisten Unternehmen nutzen KI, aber sie verstehen KI als ein Werkzeug, das eine einzelne Aufgabe schneller oder besser erledigt. Sie schreiben E-Mails mit KI, werten eine Statistik aus oder installieren einen Chatbot im Service. Das funktioniert zwar, schöpft aber das Potenzial von KI bei weitem nicht aus.
Wie könnten Unternehmen KI noch besser nutzen?
Für mich geht es darum, KI nicht mehr auf Personenebene zu denken, sondern auf Organisationsebene zu heben. Wir nennen den Prozess „Orchestrate the Enterprise“. Das heißt, dass wir den Fokus größer wählen und nicht mehr nur auf einzelne Anwendungen oder Bereiche blicken, sondern Informationen, Systeme und Prozesse miteinander verknüpfen und mithilfe von KI daraus neue Abläufe entwickeln.
Das ist im Kern eine agentische KI?
Genau. KI wird damit vom separat arbeitenden Werkzeug zum Operating Model, das das gesamte Wissen aus einem Unternehmen nutzt, eigenständig handelt und sich dabei lernend selbst weiterentwickelt. Das kann dazu führen, dass sich einzelne Prozesse verändern, kann aber auch die gesamte Organisation auf den Kopf stellen.
Wir geben Unternehmen seit 25 Jahren Weitblick und Orientierung in der Digitalisierung und zeigen, was möglich ist. Das gilt natürlich auch für das Thema KI.
Können Sie ein Beispiel dafür geben, was agentische KI erledigen kann?
Gerne. Nehmen wir an, ein Kamerasystem erkennt in der Produktion Abweichungen an einem Bauteil. Eine agentische KI könnte zunächst die Produktions- und Qualitätsdaten analysieren und prüfen, welche Chargen betroffen sind und wo die Ursache liegen könnte. Gleichzeitig gleicht sie die laufenden Kundenaufträge ab und erkennt, ob dadurch Liefertermine gefährdet sind. Sie kann alternative Produktionskapazitäten prüfen, die Logistik entsprechend anpassen, den Einkauf auf ein mögliches Problem beim Rohmaterial hinweisen und den Vertrieb darüber informieren, welche Kunden betroffen sein könnten. Statt dass fünf Abteilungen nacheinander reagieren, orchestriert die KI den gesamten Prozess über die verschiedenen Systeme und Bereiche hinweg. Genau darin liegt für mich der entscheidende Unterschied.
Ist das nicht ein bisschen unheimlich?
Ja, deshalb ist eine der größten Herausforderungen zunächst Akzeptanz und Bereitschaft zu schaffen. Unternehmen müssen dem System trauen und offen sein, ihr Geschäftsmodell bei Bedarf von Grund auf zu überdenken – out of the Box.
Wie stellen Sie sicher, dass die KI das Richtige für ein Unternehmen tut?
Da kommt es auf die Vorbereitung an. Unternehmen müssen genau definieren, welche Ziele die KI verfolgt, auf welche Daten und Systeme sie zugreifen darf und welche Entscheidungen sie selbstständig treffen kann. Außerdem braucht es klare Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen. Das ist anders als bei einem neuen Programm, für das ich eine Schulung mache und dann läuft es. Beim orchestrierten Einsatz von KI muss ich zunächst deutlich mehr investieren. Dafür ist aber auch das Potenzial wesentlich größer.
Bei aller KI – wo bleiben die Menschen?
Die bleiben auf jeden Fall sehr wichtig. Das gilt auch, wenn es darum geht, herauszufinden, wie KI am besten orchestriert werden kann. Da hilft es oft, mit anderen über deren Erfahrungen zu sprechen, statt zahllose Tutorials anzusehen. Das leben wir als DIA auch selbst so vor und unterstützen unsere Kunden dabei.
Wie machen Sie das?
Wir laden zum Beispiel zu Kundenevents ein und bringen Menschen in Kontakt miteinander. Die müssen natürlich interessiert und bereit sein, über den Tellerrand zu schauen. Aber wir leben in einer globalisierten Welt. Und dazu gehört auch, dass man Wissen mit anderen teilen und deren Wissen nutzen darf.
Haben Sie deshalb auch die Delegationsreise ins Silicon Valley begleitet?
Genau, die Reise wurde ja von der IHK Lahn-Dill in Kooperation mit dem TeamMit Netzwerk durchgeführt. Und da wir in Mittelhessen sitzen, aber auch im Silicon Valley gut vernetzt sind, haben wir unsere Kontakte genutzt und einen Besuch bei Salesforce ermöglicht. Am Ende der Reise habe ich zusammen mit Dietmar Persch noch eine Art Summary gegeben, in dem wir das, was wir in den Tages zuvor gesehen haben, eingeordnet und in einen größeren Zusammenhang gestellt haben.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Adam.
Tech-Steckbrief
Technologien
🟩Salesforce-Implementierung: Sales Cloud, Service Cloud, Marketing Cloud, Commerce Cloud
🟩Agentische KI / Orchestrate the Enterprise: Salesforce Alforce, eigene KI-Agenten, Predictive Models
🟩Intergration und API-Management
🟩Daten und Analytics Automatisierung von Prozessen und Workflows
🟩Loyalty Management
DIA Digital Consulting GmbH
DIA Digital Consulting ist einer der führenden Salesforce-Partner im DACH Raum und beschäftigt aktuell mehr als 100 Experten in Wetzlar, Berlin, München und Villingen-Schwenningen.
Ein Schwerpunkt ist die Beratung und Implementierung von Salesforce Lösungen im Unternehmen von CRM- und Cloud-Lösungen bis hin zum ganzheitlichen Einsatz von KI.

Hendrik Adam ist CEO der DIA Digital Consulting in Wetzlar. Seit mehr als 25 Jahren unterstützt er Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen bei der digitalen Transformation.
Gesellschaftliches Engagement gehört für Hendrik Adam und DIA seit vielen Jahren zum Unternehmertum dazu. DIA unterstützt regelmäßig soziale Projekte und Initiativen – darunter das Deutsche Down-Sportlerfestival in Wetzlar, den Wings for Life World Run, den Weihnachtspäckchenkonvoi sowie gemeinsame Blutspendenaktionen. Hendrik Adam engagiert sich zudem seit vielen Jahren im Umfeld von Round Table und Old Tablers.
Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung: DIA möchte Mitarbeitende, Kunden und Partner zusammenbringen und das eigene Netzwerk nutzen, um gemeinsam etwas zu bewegen.
Neugierig?
Möchten Sie mehr über die Arbeit der DIA Digital Consulting GmbH erfahren, dass wenden Sie sich am besten direkt an Hendrik Adam unter:
Tel. +49 6441 3845700
E-Mail: marketing@dia.cx
www.dia.cx