Skip to main content

Jannis Müller überzeugt bei „Jugend forscht“ auf Bundesebene

Regionalmanagement Mittelhessen GmbH Gepostet von Regionalmanagement Mittelhessen GmbH in MINTmit News 4 min. Lesezeit

Jannis Müller aus Biedenkopf hat mit seinem reparierten Schul-Spektroskop den Sonderpreis „Ressourceneffizienz und Zirkularität“ im Bundesfinale von „Jugend forscht“ gewonnen. (Foto: Stiftung Jugend forscht e. V.)
Jannis Müller aus Biedenkopf hat mit seinem reparierten Schul-Spektroskop den Sonderpreis „Ressourceneffizienz und Zirkularität“ im Bundesfinale von „Jugend forscht“ gewonnen. (Foto: Stiftung Jugend forscht e. V.)

Sonderpreis für ein repariertes Spektroskop

Bei „Jugend forscht“ hat Jannis Müller von der Lahntalschule Biedenkopf den Sonderpreis „Ressourceneffizienz und Zirkularität“ auf Bundesebene erhalten. Ausgezeichnet wurde sein Projekt „Spektroskop – alles nur Licht???“, das die Jury als beispielhaft für Ressourcenschonung, Reparatur und Wiederverwendung würdigte.

Müller hatte im Februar am Regionalwettbewerb teilgenommen, den die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gemeinsam alljährlich ausrichten. In der Gießener Kongresshalle gehörte er zu den insgesamt 15 mittelhessischen Teams, die ins Landesfinale einzogen – von dort ging es für ihn als einer der hessischen Vertreter weiter zum Bundesfinale in Herzogenaurach.

„Die vergangenen Monate waren sehr arbeitsintensiv und spannend“, blickt der Preisträger zurück. Nach Teilnahmen an der Junior-Variante des Wettbewerbs war es für ihn das erste Experiment im Hauptwettbewerb. „Als ich dann den ersten Preis im Landeswettbewerb gewonnen hatte, war ich sehr stolz, direkt zum Bundesfinale zu dürfen.“ Der Sonderpreis habe diesen Weg gekrönt.

Ausgangspunkt des Projekts war ein seit Langem defektes Laborgerät seiner Schule:

ein Spektroskop, mit dem sich Licht in seine Spektralfarben zerlegen lässt. Jannis Müller setzte das Gerät wieder instand, verband die Bauteile neu, programmierte einen Schrittmotor und ergänzte eine automatische Messwerterfassung per Computer. So wurde aus „aussortiertem Schrott“ ein modernes Messinstrument, das Licht schrittweise vermessen und als Kurve darstellen kann. In seinen Untersuchungen konnte das Spektroskop typische Spektrallinien, etwa von Helium und Neon, zuverlässig nachweisen.

„Andere waren mit früheren Reparaturversuchen gescheitert – und jetzt wird das Spektroskop wieder im Unterricht eingesetzt“, beschreibt Jannis Müller, was ihn motivierte. Auch habe er in den vergangenen Monaten seine Leidenschaft für Technik und Physik frei vom regulären Unterrichtsstoff ausleben können.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie technische Kreativität und Nachhaltigkeit zusammengehen:

Ein vorhandenes Gerät wurde nicht ersetzt, sondern repariert, aufgewertet und weiterverwendet. Damit verlängert sich seine Lebensdauer, wertvolle Rohstoffe bleiben im Kreislauf, und zugleich steht der Lahntalschule ein hochwertiges Instrument für den naturwissenschaftlichen Unterricht zur Verfügung. Genau solche Ansätze stehen hinter dem Sonderpreis für Ressourceneffizienz und Zirkularität.

„Der Erfolg von Jannis Müller ist ein starkes Signal für unsere Region. Sein Projekt zeigt, welches Potenzial in jungen MINT-Talenten steckt, wenn Neugier, technisches Können und ein Blick für nachhaltige Lösungen zusammenkommen“, kommentiert Prof. Dr. Jochen Frey, THM-Vizepräsident für Forschung und Transfer. Dass der Regionalwettbewerb derartigen Ideenreichtum sichtbar machen soll – und dies auch tut –, sei deutlich geworden.

Der Bundeserfolg von Jannis Müller unterstreicht das hohe Niveau des regionalen Forschungs-Nachwuchses. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gemeinsam mit dem Netzwerk „Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz“ (BilRess) vergeben, dem mehr als 650 Bildungseinrichtungen, Vereine und Verbände angehören.

Quelle: THM