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Knapp 300 Menschen trafen sich, um Mittelhessen zu gestalten

Melanie Meuser Gepostet von Melanie Meuser in Aktuelles aus dem Regionalmanagement 8 min. Lesezeit

Das neue Wirtschaftsforum „mittelhessen GESTALTEN“ vereinte die Themen Innovation und Personal mit Keynotes und Praxisbeispielen. Die rund 300 Teilnehmenden gingen mit neuen Impulsen und Kontakten nach Hause.

Wetzlar, 29. April 2026 | Es ist Dienstagmorgen, 10:30 Uhr: die Stühle in der Buderus Arena sind besetzt, der erste Kaffee getrunken und bereits Kontakte geknüpft. Rund 300 Gäste aus der Region sind zur Premiere von „mittelhessen GESTALTEN“ gekommen. Einem neuen Forum, das Innovations- und Personalverantwortliche zusammenbringt. Was folgt, dauert einen Tag und gibt manchem genug Stoff für Wochen oder Monate.

„Uns schwirrt der Kopf, im positiven Sinn“, „Starkes Event. Und genau das, was die Region braucht“, „KI hin oder her, die Veranstaltung hat deutlich gezeigt, dass persönliche Netzwerke ihren Wert behalten“ oder „Es ist schön zu erleben, dass sich unsere Region am Puls der Zeit orientiert“, so klangen die Stimmen aus dem Publikum im Anschluss.

Was war da passiert? Das neue Format des Regionalmanagements Mittelhessen vereint zwei bewährte Veranstaltungen, das Innovationsforum Mittelhessen und das Regionalforum Personalmanagement Mittelhessen. Der Gedanke dahinter: Wettbewerbsfähigkeit gelingt dort, wo Innovation, Organisation und Mensch zusammengedacht werden. Bianca von der Au, bekannt aus dem ARD Börsenstudio, führte durch den Tag.

Dr.-Ing. Carsten Ott von der Hessen Trade & Invest und Dietmar Persch von der IHK Lahn-Dill begrüßten die Gäste. In Ihren Ansprachen betonten sie die Bedeutung von starken Kooperationen und auch die Dynamik im Silicon Valley, die Persch gemeinsam mit Unternehmern aus Mittelhessen auf einer Delegationsreise erlebt hatte, kam passend zum Gedanken des Events zur Sprache.

„Mittelhessen hat heute gezeigt, wie der Standort Deutschland morgen resilienter, innovativer und wettbewerbsfähiger werden kann. Das macht deutlich, wie unsere Region Zukunft gemeinsam denkt und macht. Mit den richtigen Inhalten und dem Zusammenspiel von Menschen, Technologie und Kultur entsteht genau das, wofür wir als Regionalmanagement stehen: ein Ort, wo Wissen Werte schafft“, sagt Geschäftsführer Jens Ihle. Man habe dabei auf drei Dinge gesetzt: den regionalen Erfahrungsaustausch, kluge externe Impulse und die Transparenz der Netzwerke aus Wirtschaft, Bildung und Organisationen.

Den inhaltlichen Rahmen spannten zwei Keynotes, die vom Publikum jeweils mit tosendem Applaus belohnt wurden.

Raphael Gielgen, Trendscout bei Vitra, machte deutlich, dass die Welt sich derzeit weder in einer Krise noch im Aufbruch befinde. Sie verharre in einem Zwischenzustand. Die entscheidende Kompetenz der Zukunft sei es, genau solche Übergänge zu erkennen und aktiv zu gestalten. Über viele Jahre hätten Unternehmen an alten Denkweisen festhalten können, weil die Welt trotz aller Turbulenzen im Kern berechenbar geblieben sei. Globalisierung, Effizienzsteigerung, stabile Lieferketten: das industrielle Betriebssystem habe funktioniert. Volatilität sei zwar spürbar gewesen, habe sich aber innerhalb vertrauter Muster bewegt. „Wer Zukunft gestalten will, muss dazu bereit sein, ins Ungewisse zu denken“, so Gielgen. „Jenseits von Gewohnheiten und altem Wachstum.“ Dabei sei es auch keine Option, keine Nachrichten mehr zu lesen. Stattdessen gelte es, den Umgang mit der schieren Menge an Informationen zu erlernen.

Raphael Gielgen

Neurobiologe Dr. Bernd Hufnagl griff mit sympathischem „Wiener Schmäh“ ebenfalls das Thema Informationsflut auf und lieferte einen erhellenden Blick auf das menschliche Gehirn. Dies könne nicht dauerhaft auf Hochtouren laufen und sich auch kaum der exponentiell steigenden Zunahme an Informationen anpassen. Belegt würde dies durch die steigenden Zahlen von Depression, Burnout, ADHS oder auch Angststörungen. Mitten in der Reizüberflutung sorgen kurze Sequenzen der „Ineffizienz“ dafür, dass der Neuigkeitswert gegen null gehe. „Dann gewinnt man Abstand zu sich selbst und dann passierten drei kleine Wunder“: Fokus entstehe, weil das Gehirn einen bestimmten Gedanken in den Vordergrund schicke, was unter Umständen sogar zu einer Kurskorrektur führen und vor Betriebsblindheit schützen könne. Kreativität wachse, wenn zwei Gedanken kollidierten. So entstehen neue Ideen. Und Empathie kehre zurück, weil derjenige, der keine Pausen mache, schlicht weniger spüre. Dieses Nichtstun müsse man bewusst provozieren: durch Tagträumen oder einfaches Innehalten. „Schon zwei Minuten aus dem Fenster schauen hilft“, so Hufnagl. „Aber bitte mindestens zweimal am Tag.“

Dr. Bernd Hufnagl

In fünf Impuls-Sessions teilten regionale Unternehmen konkrete Erfahrungen zu digitaler Transformation und KI, Unternehmensstrategie, neuen Geschäftsmodellen, internationaler Fachkräftegewinnung und Personalentwicklung. Vertiefende Master-Classes zu IT-Sicherheit, Innovationsmethoden und psychischer Gesundheit ermöglichten zusätzlich einen tieferen Einstieg. Zudem präsentierten fast 40 Institutionen und Unternehmen in der Kooperationsarena ihre Unterstützungs- und Lösungsangebote und schufen damit Raum für genau jene Kooperationen, die aus Veranstaltungen mehr machen als nur einen Konferenztag.

„Unternehmen und Institutionen arbeiten täglich daran, ihre Organisation, Produkte und Angebote besser zu machen. Und sie sind dabei offen für neue Ideen“, so Christian Piterek vom Regionalmanagement Mittelhessen. „Mit „mittelhessen GESTALTEN“ möchten wir das unterstützen. Auch für uns habe ich einige Ideen mitgenommen, wie wir dies im kommenden Jahr noch ausbauen können.“

Das Ziel des Regionalmanagements Mittelhessen als Organisator bleibt bei solchen Veranstaltungen stets dasselbe: eine Plattform für offenen Dialog, ehrlichen Austausch und gezielte Vernetzung schaffen, damit Mittelhessen miteinander und voneinander lernen und profitieren kann. Die Stimmen aus dem Publikum lassen vermuten, dass das gelungen ist.

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