Die MPE-Doktorandin Sarah Pappert wurde mit dem ZONTA International Women in STEM Award ausgezeichnet. Dieser Preis würdigt weltweit herausragende Wissenschaftlerinnen zwischen 18 und 35 Jahren, die durch ihre Forschung und ihr Engagement Fortschritte in den MINT-Fächern erzielen.
Damit ist sie eine von 16 ausgewählten Preisträgerinnen weltweit, die für ihre herausragenden Leistungen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) geehrt wurden. Sie hat sowohl ihr Bachelor- als auch ihr Masterstudium in Physik und Technologie für Raumfahrtanwendungen in Gießen absolviert – an der THM sowie der JLU.
Die Organisation ZONTA International, gegründet 1919, setzt sich global für Gleichberechtigung und die Förderung von Frauen ein – durch Stipendien, Mentoring und Bildungsprogramme. Frau Pappert wird für ihre herausragende Arbeit am MICADO-Instrument, der Erstlichtkamera des Extremely Large Telescope (ELT), und ihr Engagement zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft ausgezeichnet.
Sarah Pappert forscht am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in der Infrarot-Instrumentierungsgruppe und ist Teil des internationalen MICADO-Konsortiums. Das am MPE entwickelte Infrarot-Instrument wird als Erstlichtkamera am Extremely Large Telescope (ELT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) zum Einsatz kommen. Mit einer zehnfach höheren Auflösung als bisherige bodengebundene Teleskope wird MICADO neue Einblicke in die Entstehung von Sternen, Galaxien und Schwarzen Löchern ermöglichen – und damit ein neues Fenster zum Universum öffnen.
„Am MPE vereinen sich Grundlagenforschung und modernster Instrumentenbau auf einzigartige Weise“, sagt Pappert. „An MICADO mitzuarbeiten heißt, in einer internationalen Kollaboration an einem Instrument zu arbeiten, das unser Verständnis des Kosmos grundlegend erweitern wird.“
Betreut wird Pappert von Prof. Reinhard Genzel und Prof. Frank Eisenhauer, deren Teams mit Instrumenten wie GRAVITY und ERIS neue Maßstäbe in der Infrarotastronomie gesetzt haben. „Das Umfeld am MPE ist extrem inspirierend“, sagt Pappert. „Der Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ständig die Grenzen des technisch Machbaren verschieben, motiviert mich jeden Tag.“
Für Pappert ist die Auszeichnung sowohl persönliche Anerkennung als auch ein Signal mit Vorbildwirkung: „Sichtbarkeit ist wichtig. Wenn junge Frauen Forscherinnen in solchen Positionen sehen, kann das Mut machen, selbst diesen Weg zu gehen. Wissenschaft ist für alle da.“
Als Projektpartner im Projekt „MINTmit„, dem mittelhessischen MINT-Cluster, ist genau das unser Ziel: Die MINT-Bildungslandschaft in Mittelhessen stärken und dafür sorgen, dass junge Menschen in Mittelhessen die Kompetenzen erwerben, die sie für die Arbeitswelt von morgen brauchen. Mädchen und Jungen sollen neugierig experimentieren, Technik begreifen und Naturwissenschaft erleben können, insbesondere auch im ländlichen Raum. So entsteht ein verlässliches Fundament für Fachkräfte von morgen und eine starke, zukunftsfähige Region.
Mit ihrer technischen Expertise, ihrem Forschergeist und ihrer Begeisterung für Astrophysik steht Sarah Pappert exemplarisch für eine neue Generation von Wissenschaftlerinnen am MPE, die mit ihren Ideen sowohl an der Spitze der Forschung als auch beim Bau der Instrumente steht, die diese Forschung ermöglichen.
Über den ZONTA International Women in STEM Award
ZONTA International ist ein weltweites Netzwerk, das sich der Förderung der Gleichstellung und Bildungschancen von Frauen widmet. Mit dem Women in STEM Award zeichnet ZONTA junge Forscherinnen aus, die durch herausragende Leistungen und Innovationskraft in Naturwissenschaften und Technik überzeugen und damit als Vorbilder für künftige Generationen wirken.