Das TeamMit Bildungsforum 2026 stand unter dem Motto Transformation im Bildungswesen: Kompetenzorientiert ausbilden – gemeinsam Zukunft sichern. Mehr als 80 Teilnehmende aus Unternehmen, Schulen und Hochschulen sowie Institutionen kamen zu der ebenso kompakten wie informativen Veranstaltung. Neben einer Keynote gab es vier spannende Workshops sowie ausreichend Zeit zum Netzwerken und für den Austausch untereinander.
Viel Raum für offene Gespräche und neue Lernkonzepte
Das diesjährige Bildungsforum fand in der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar statt. Interessierte konnten vor dem Beginn die neuen Schulräume besichtigen. In der offiziellen Begrüßung wies Prof. Dr.-Ing. Sven Pohl, Direktorium StudiumPlus, auf die Bedeutung des Bildungsforums und die Bedeutung des TeamMit Projektes für die Transformation im Bildungswesen in der Region hin. Landrat Carsten Braun freute sich, die Anwesenden in einer Schule begrüßen zu können, die den Lehrkräften und den Lernenden einen guten Raum zum Unterrichten und Lernen biete. Evelyn Benner, Schulleitung der Theodor-Heuss-Schule, griff diesen Ball auf, begrüßte die Anwesenden herzlich und betonte, dass die neuen Räumlichkeiten es ermöglichten, neue Lernkonzepte zu entwickeln und zu nutzen.
Kompetenzen, Transformation und Lernen im Wandel
Der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr.-Ing Marc Rüger in der Leitung des Fraunhofer IRB setzte in seiner Keynote gezielte Spotlights auf die Themen Kompetenzorientierung, Transformation und Lernen im Wandel. Dabei forderte er im Sinne der Zukunftssicherung, wirtschaftsnah aus- und weiterzubilden. Wissen, so Rüger, sei unser wichtigster Rohstoff und habe den großen Vorteil, sich bei Anwendung zu vermehren. Das sei auch angesichts des enormen Innovationstempos erforderlich, damit Mitarbeitende schnell eine hohe Adaptionsfähigkeit entwickelten. Mit Blick auf notwendige Veränderungen folgerte er: „Mangelnde Transformation ist wie mangelnde Mundhygiene. Am Anfang merkt man es kaum. Aber wenn es weh tut, wird es teuer.“ Deshalb, so Rüger, sei es wichtig, schnell und frühzeitig zu handeln. Das konnten die Teilnehmenden im Anschluss an die Keynote in vier parallel stattfindenden Workshops direkt umsetzen.

Fraunhofer IRB präsentiert Transformations-Tool
Im ersten Workshop stellten Dr. Albrecht Franz vom Fraunhofer IRB und Dr.-Ing. Dietmar Fischer von AGILeVIA den „Transformations- und Innovationsnavigator“ (TIN) vor. Das Tool unterstützt Organisationen dabei, komplexe Veränderungsvorhaben strukturiert zu planen und umzusetzen. „Ein Anwendungsbeispiel ist die Einführung von KI, die sich nicht wie ein klassisches IT-Projekt steuern lässt“, erklärt Franz. Das Herzstück des TIN ist ein Metroplan, der die zentralen Handlungsfelder, Stationen und Wechselwirkungen der Transformation sichtbar macht. Seine Linien umfassen die Bereiche Kultur, Kommunikation, Strukturen und Prozesse, Geschäftsmodelle, Technologien, Lernen und Ressourcen. Zunächst werden gemeinsam mit der Organisation Ziele definiert und eine passende Roadmap entwickelt. Anschließend werden die Beteiligten durch den Transformationsprozess begleitet.
Neue Wege in Ausbildung, Studium und Schule
Den zweiten Workshop leiteten Daniel Wirth, Ausbildungsleiter der Friedhelm Loh Group, und Alexander Schüler, Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen sowie Schulleiter der Johann Textor Schule in Haiger. Sie stellten einen besonders praxisorientierten Lösungsansatz für die Herausforderungen der Transformation vor. Das innovative SchulePlus Konzept bringt Schülerinnen und Schüler bereits frühzeitig in Kontakt mit Unternehmen vor Ort, gewährt Einblicke in Berufsfelder, baut Hemmschwellen ab und reduziert Abbruchquoten. Mehr als 50 Schulen und 250 Unternehmen in der Region unterstützen das erfolgreiche und ausgezeichnete Konzept, das jetzt um die Bausteine AusbildungPlus und SchulePlus Oberstufe erweitert wurde. „Mit unserem Konzept erreichen wir Schülerinnen und Schüler, an die wir sonst nur schwer herankommen und erleichtern ihnen einen guten Start ins Berufsleben.“, erklärte Daniel Wirth.

Praxiseinblick kompetenzbasierte Personalentwicklung bei der AOK Hessen
Bernd Pirner, Leiter der Gruppe Personalentwicklung und Bildung bei der AOK Hessen, beschäftigte sich in seinem Workshop mit dem Thema „Kompetenzen als Kompass in der Personalentwicklung – von der Auswahl über Weiterbildung bis hin zum Talentgespräch.“ Er ermöglichte einen Praxiseinblick in die verschiedenen Personalinstrumente der AOK Hessen entlang des Employee Life Cycles. Die ganzheitliche Wirkung der Instrumente, wie die Ziel- und Entwicklungsdialoge oder die Talenterhebungen, unter durchgängiger Berücksichtigung von strategisch relevanten Kompetenzen in der Methodik wurde mit den Teilnehmenden reflektiert. Pirner betonte die Chancen durch zukunftsgerichtete Kompetenzmodelle eine Personalentwicklung entlang der Transformationsanforderungen in Unternehmen gestalten zu können.
Junge Menschen auf eine Welt im Wandel vorbereiten
Stefan Lesser, Duke Award Koordinator und Lehrkraft an der Goetheschule in Wetzlar, stellte den Duke of Edinburgh’s International Award vor. Dieser versteht sich als eine Art Do-it-yourself-Kit zur Persönlichkeitsentwicklung und macht jungen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren Angebote im Bereich des non-formalen Lernens. Ziel sei es, so Lesser, die eigenen Potenziale zu entdecken, Leidenschaften zu stärken und über die Erfahrung der Selbstwirksamkeit das Selbstvertrauen, die Resilienz und weitere Schlüsselkompetenzen der jungen Menschen zu stärken. Hierfür ist die Vernetzung auf lokaler Ebene zwischen Schule, Unternehmen, Vereinen und weiteren Partnern von großer Bedeutung. Beim Duke Award gehe es bewusst nicht um Schulnoten und formales Lernen, sondern darum, selbstgesteckte Ziele über einen längeren Zeitraum eigenständig zu verfolgen. Die Ziele können aus den Bereichen Soziales Engagement, Fitness, Talent und Expedition stammen.

Viel positive Resonanz für Programm und Rahmen
Die Theodor-Heuss-Schule bot einen sehr passenden Rahmen für das dritte TeamMit Bildungsforum. Die Teilnehmenden aus ganz unterschiedlichen Unternehmen, Institutionen, Organisationen und Bildungseinrichtungen lobten die offene Atmosphäre und das vielfältige Workshop-Angebot. Wichtig war ihnen dabei insbesondere auch der offene und intensive Austausch – in den Workshops und in den Pausen. Nur ein Feuerfehlalarm im Nachbargebäude unterbrach das intensive Networking und führte zum vorzeitigen Ende des Bildungsforums, das von Steffen Gross, StudiumPlus, moderiert wurde.
